Schlagwort: Schnupfen

  • Die Unvergleichliche…

    …ist Tulsi- das indische Basilikum und bei uns als Zimmerpflanze und als Gewürz sehr einfach zu ziehen. Es ist bei den Hindus die heiligste aller Pflanzen, nicht ohne Grund:

    • Tulsi wirkt beruhigend und entspannend, immunsystemstärkend, verdauungsfördernd, antiseptisch, blähtreibend, krampflösend, schlaffördernd, wärmend und nicht zuletzt auch wurmtreibend durch die Inhaltsstoffe ätherische Öle- Eugenol, Flavanoide, Gerbstoffe, Kaffeesäure, Kampfer, Methylchavicol und Pinen.
    • Seinen Einsatz findet diese aromatische Basilikumart in der Phytotherapie als Tonikum, zur Stärkung des Immunsystem und zur Regulation der Verdauung, aber auch bei Angina, als pflanzliches Antibiotikum, bei Arthritis, Asthma, Bronchitis, Grippe, Hautkrankheiten, Halsschmerzen und Heiserkeit, bei und gegen Insektenstiche, Kehlkopfentzündung, Koliken, Kopfschmerzen und Migräne, gegen Krämpfe, Mundschleimhautentzündung, Nebenhöhlenentzündung, Rheuma, Schmerzen jeglicher Art- besonders bei Kälteschmerzen und Unterleibschmerzen während der Mens, gegen Stress, als Tonikum bei Überanstrengung.
    • Wir haben aber ob der Inhaltsstoffe Kontraindikationen und Nebenwirkungen: Schwangerschaft, Stillzeit, Kleinkinder und ein Dauergebrauch führt zu Müdigkeit und kann die Leber stark belasten.
    • Gemäß der CM wirkt es auf die Meridiane Magen/ Milz, Lunge/ Dickdarm und Leber/ Gallenblase- eine gute Wirkung zeigt es auch bei Dysbalancen in den Meridianen Herz/ Dünndarm durch die ausgleichend- beruhigende Wirkung.
    • Verwendung finden die frischen Blätter in der Nahrung- Achtung! nicht mitkochen!, die Samen als abkochung bei Hautkrankheiten, das Öl und der Frischsaft zur abwehr von Insekten bzw. nach Insektenstichen- übrigens Zecken mögen den Duft gar nicht- und als Tee kann man Tulsi gegen Mundschleimhauterkrankungen und bei Rachenbeschwerden einsetzen.
    • Zum Gebrauch bei schwerwiegenderen Erkrankungen empfehle ich immer die Konsultation zur Bestimmung des Dysharmoniemusters- gerade wenn es im Migräne oder andere Schmerzen geht.
    • Tulsi ist sicher ein sehr gutes Heilkraut, wenn Sie diese Sorte nicht zur Hand haben, tut es auch unser Küchenbasilikum als Notfallmittel 😉

    Im Garten besticht Tulsi durch ein wunderbares Grün und tolle Blütendolden- es verbreitet einen aromatischen Geruch und lässt sich wunderbar im Kräuterbeet ziehen oder als Zimmerpflanze zur Würze über den Winter bringen.

  • Wie pfeffern Sie?

     

    Zugegeben, Pfeffer ist ein Gewürz…nicht unbedingt in erster Lienie eine Heilpflanze werden Sie denken, aber…Irrtum.

    Pfeffer ist seit Jahrtausenden bereits eine Heilpflanze, die als purer Luxus auch als Gewürz genutzt wurde. Pfeffer oder Piper nigrum wurde gegen Gold aufgewogen, nicht umsonst war Kolumbus so scharf- 🙂 – drauf, Indien zu entdecken und ist als Heilpflanze gerade in der Antike weit verbreitet gewesen. Selbst die altehrwürdige Hildegard von Bingen schätzt die Wirkung:

    • Verdauungsfördernd, aus chinesischer Sicht mit Wirkung auf die Funktionskreise Herz, Leber, Magen, Milz und Nieren.
    • Pfeffer wirkt durch seine ätherischen Öle und das Piperin bei Fieber, Halsentzündung und Magenschwäche.
    • Pfeffer ist das älteste bei uns bekannte Gewürz. Es stammt aus Indien, China, Sumatra und Java. Pfefferöl hat wärmende Eigenschaften und kann bei Husten und Schnupfen das Atmen erleichtern. In einem wärmenden Massageöl wirkt Pfefferöl nicht nur günstig bei einem Muskelkater, sondern auch erwärmend bei „seelischen und körperlichen Kältezuständen“- „ich bin wie eingefroren“- dieses Gefühl kann eine Massage mit einem Pfefferöl vertreiben._MG_7436
    • Das ätherische Pfefferöl hilft gegen Viren und Bakterien, es löst den Schleim, so dass man dieses Öl bei Erkältungen anwenden kann. Das Abhusten des Schleims wird erleichtert, man kann leichter atmen, Fieber wird gesenkt und die körpereigene Abwehrkraft gestärkt.

    Es gibt ganz viele verschiedene Pfeffersorten:

    • Roter, grüner, weißer und schwarzer Pfeffer sind die bekanntesten Sorten- je nach Einsatzgebiet in der Küche zu verwenden, alle als Heilmittel geeignet- die einen mehr oder weniger scharf, einige Sorten mild und exotisch, manchmal mit einem Muskat- oder Zimt- Geschmack. Dann gibt es noch den:
    • Kubebenpfeffer- mild scharf und süßlich, mit einem Hauch von Eukalyptus und Zitrus betört er die Sinne und ist eher unbekannt in der Küche, aber in meiner „Kräuterhexenküche“ ein oft eingesetztes Kräutlein. Mittlerweile hat es sich wohl herum gesprochen, denn 2016 – und das Jahr ist noch jung- wurde diese Pflanze Heilpflanze des Jahres. Verwendet werden die Früchte, welche eine unwahrscheinlich breite Wirkung entfalten- sie sind angebracht bei entzündlichen und infektiösen Erkrankungen des Urogenitalapparates. Einzelindikationen sind: Prostatitis, Epididymitis, bei akutem Harnröhren- und Blasenkatarrh , Blasentenesmen, Nierenleiden mit Hautaffektionen und Fluor. In China sind die Cubeben- Früchte seit dem 10. Jahrhundert unter dem Namen Pi Cheng Chieh als Mittel gegen Magenkrankheiten, Erbrechen und Sonnenstich bekannt und vielfältig eingesetzt.DSCI0214
    • Einsatz finden die Früchte als Tee, als ätherisches Öl, als Tropfen und auch in der Homöopathie findet Cubebae Einsatz- schließlich enthalten die Früchte uter anderem Copaen, Apiol, Sabinen, Pinen … ich verwende die pulverisierte Droge, von der täglich im Durchschnitt 2 bis 4 g bis maximal 10 Gramm eingenommen werden darf, oder 2 bis 4 ml des aus der Droge hergestellten Extrakts (1:1) bzw. der Tinktur (1:5). Eine Überdosierung hat Nebenwirkung von milden Reizungen bis hin zu Kopfschmerzen und Übelkeit- es ist eben eine Droge und sie wissen ja bereis“… die Dosis macht das Gift“ 😉 Also bitte, experimentieren Sie mit den Früchten nicht selbst herum, sondern fragen Sie immer nach, wenn Sie Cubebae Fructus einsetzen möchten- außer in der Küche…
    • In der Küche verwendet passt er u.a. zu Kardamom, Kurkuma, Curryblättern, Ingwer, Koriander, Kreuzkümmel (Cumin), Lorbeer, Muskat, Nelken, Paprika, Rosmarin, Thymian und Zimt, ist hervorragend einzusetzen in der veganen und vegetarischen Küche, aber gibt auch Fisch und Fleisch eine wunderbar exotische Note.
    Kubebenpfefferfrüchte
    Kubebenpfefferfrüchte

    Pfeffern Sie ruhig mal anders und öfter- nicht zuletzt gelten Pfeffer und auch Cubeben- Früchte als Aphrodisiakum 😉

  • Tropaeolum majus oder…

     

    die Kapuzinerkresse blüht bis in den späten Herbst hinein als robuste Rankenpflanze in vielen Gärten. Sie erfreut uns mit gelben bis teilweise tief dunkelroten Blüten und kann bei feucht- durchlässigen Böden auch schon mal zur „Plage“ werden. Als Küchenkraut sind alle Pflanzenteile, außer die Wurzel, zu verwenden, die Blätter, Blüten und Samen lassen sich wunderbar in Salaten verarbeiten. Aber der Reihe nach:

    • Der wissenschaftliche Name ist Tropaeolum majus, die Pflanze enthält die Wirkstoffe Vitamin C und Senfölglykoside. Dadurch wirkt dieser “ Einwanderer“ aus Mittelamerika anregend, antibiotisch, blutreinigend, pilztötend und schleimlösend.
    • Durch die Wirkweise- in der chinesischen Medizin wirkt sie vor allem auf die Funktionskreise Lunge, Leber und Milz- wird die Pflanze in unterschiedlicher Zubereitung bei Erkältungen, Bronchitis, Grippale Infekten, Halsentzündung, Verstopfung, Infektion der Harnwege und bei ausbleibender oder verzögerter Menstruation eingesetzt. Bei schwachem Immunssystem ist eine Präventivkur mit diesem auch im Schatten wachsenden Kräutlein hervorragend wirksam.
    • Medizinisch setze ich die Urtinktur ein- Lichtdurchdringung des Feuchten und Dunklen-so wird die Kapuzinerkresse in der Welt der Urtinkturen beschrieben. Mykosen(Pilzinfektionen) sind ein verbreitetes und schwerwiegendes Gesundheitsproblem unserer Zeit, welches mit schulmedizinischen Antimykotika nicht dauerhaft gelöst werden kann. Auch in der Naturheilkunde als ganzheiliche Medizin können sie nur durch die kombinierte Anwendung von mehreren Heilmitteln und Therapien sowie einer strengen Diät eingedämmt werden. Die CM beschreibt Pilzinfektionen als Hauptproblem der Milz mit Schleim und häufig auch Hitze(gelblicher, stark riechender Ausfluss bspw.).
      Tropaeolum majus ist durch ihre Charakteristik dabei sehr hilfreich. Die Erklärung: Pilze benötigen für ihr Wachstum neben den richtigen Nährstoffen geeignete Umweltbedingungen. So finden wir Pilze bevorzugt an dunklen, feuchten Stellen, an Orten also, die ungenügend mit Licht und Wärme durchdrungen sind. In Analogie dazu benötigen auch die inneren Mykosen neben den Nährstoffen, die aus falscher Ernährung (zu hoher Zuckerkonsum, zuviel an Hitze erzeugenden Nahrungsmitteln) stammen, ein geeignetes Milieu. Physiologisch wird das Milieu durch den pH-Wert und die Elektrolytzusammensetzung von Blut und anderen Körperflüssigkeiten bestimmt. Energetisch betrachtet deutet das Auftreten von Mykosen darauf hin, dass die Körperflüssigkeiten zu wenig von Licht- und den geeigneten Wärmekräften durchdrungen werden können. Die Kapuzinerkresse führt Licht- und Wärmekräfte in das “ Dunkel des Stoffwechsels“ ein und schafft auf diese Weise die Voraussetzungen für eine Änderung des Milieus, die Pflanze lässt die Pilze förmlich „austrocknen“. Aber nicht nur bei Pilzen wirkt dieses „Durchdringen“, sondern auch bei ausbleibender Menstruation oder Menstruationsstörungen- insebesondere, wenn die betroffene Frau häufig unter Pilzinfektionen leidet oder ständig innerlich friert, setze ich diesen „Lichtbringer“ ein.
    • Von der Kapuzinerkresse kann man sowohl die runden Blätter als auch die Blüten essen und sogar die Samen(als Kapern) lassen sich einlegen. Alle Pflanzenteile haben einen leicht scharf- würzigen Geschmack, der ein wenig an die auch bekannte Gartenkresse erinnert. Die beiden Pflanzenarten sind jedoch nicht miteinander verwandt. Die farbenfrohen, schönen Blüten machen sich gut als Zierde in Salaten. Die Blüten mit ihrem milden Geschmack sind auch für Süßspeisen geeignet. Die Blätter werden kleingehackt in Salaten, Kräuterquark, Eierspeisen, auf Kartoffeln, in Kräuterbutter und, und, und….eingesetzt.

    Die wunderbar blühende Pflanze kann auf dem Balkon und in jeder Gartenecke gezogen werden. Probieren Sie es aus und freuen Sie sich an diesem ausdauernden Blüher!

    Kapuzinerkresse in meinem Garten unter einer Weide
    Kapuzinerkresse in meinem Garten unter einer Weide
  • Immunsystem in der Chinesischen Medizin

    Zur Zeit meint es das Wetter nicht gut mit uns. Regen, Wind und dazu Temperaturen, die im Januar gar nichts zu suchen haben, provozieren unser Immunsystem mächtig. Was macht also ein(e) Therapeut(in) für Chinesische Medizin? Mithilfe der Akupunktur und Kräutermedizin sowie den Verfahren Schröpfen, Gua sha und Tuina lässt sich das Immunsystem wunderbar regulieren, aufbauen und anregen. Es lässt sich die spezifische als auch die unspezifische zelluläre und humorale Abwehr beeinflussen.

    • CM mit ihren verschiedenen Methoden im Einzelnen oder in Kombination verbessert die Proliferation( den „Nachwuchs“) der Abwehrzellen.
    • … verbessert die Produktion von Antikörpern, Komplementfaktoren und Interferonen.
    • … entfaltet ihre Wirkung auf das Immunsystem über das Hypothalamus- Hypophysen- System. Da dieses System das autonome und endokrine System kontrolliert, weitet sich die Immunstimulanz auch darauf aus.

    Neben der Akupunktur an verschiedenen Punkten, die das Immunsystem stimulieren, spielt die Moxibustion gerade in der kalten Jahreszeit eine wesentliche Rolle( siehe Methoden der CM). Eher flächige Methoden mit Moxa stärken Qi und Yang, punktuelle Anwendungen haben eine zerteilende und auflösende Wirkung. Schröpfen und Gua Sha wirken sofort stimulierend und führen oft schon während der Anwendung zur deutlichen Linderung von Beschwerden z. B. des Schnupfens oder der Atembeschwerden bei einer Erkältung.

    Moxa und akupunktur an Dickdarm 4 zur Behandlung einer Erkältung mit Kälte-Nässe
    Nadelmoxa an Dickdarm 4 zur Behandlung einer Erkältung mit Kälte-Nässe

    Mein Favorit zur Stimulation sind jedoch die verschiedenen Kräutermischungen je nach Syndrom- Schleim, Hitze, Kälte, Wind- diese pathogenen Faktoren spielen die Hauptrolle bei Erkrankungen mit schwachem Immunsystem, dazu kommen noch Stagnation von Qi und eventuell auch Trockenheit.

    Aber auch die chinesische und westlich- naturmedizinische „Hausapotheke“ kennt gute Methoden:

    • Hühnersuppe- nach altem Rezept der Oma gekocht mit einem Bio- Suppenhuhn, einem großen Bund Wurzelgemüse wie Möhre, Petersilienwurzel, Pastinake, Porree und einer Zwiebel, dazu bspw. Angelikawurzel, Ingwer und Knoblauch geben- 3 Stunden in einem großen Topf kochen, dann das Fleisch vom Knochen trennen, das verkochte Gemüse entfernen und den Sud mit frischem Gemüse und dem Fleisch noch einmal 20 Minuten köcheln- wärmt durch und vertreibt Keime!
    Angelika( Bild aus Heilpflanzenpraxis Heute)
    Angelika( Bild aus Heilpflanzenpraxis Heute)
    • Ingwerwasser- ein daumendickes Stück Ingwer gut waschen und mit einem Liter Wasser 15 Minuten köcheln- hilft bei allen Erkältungen.
    • Salbeitee- damit gurgeln und die Viren haben keine Chance!
    • Sollte Sie der Schnupfen erwischt haben, dann hilft folgendes Kräuterrezept: je 20 Gramm Kamillenblüten, Salbeiblätter, je 15 Gramm Eukalyptusblätter, Minzblätter und 30 Gramm Primelwurzel mischen, davon dann einen Esslöffel mit 300ml Wasser ansetzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen, abseihen und mehrfach am Tag trinken- die Kräuter wirken schleimlösend, durchblutungsfördernd und entgiftend.
    • Frische Luft!! Ein Spaziergang an frischer Luft mit mittlerem Tempo sorgt für eine bessere Sauerstoffbindung und damit kann das Spurenelement Eisen besser wirken. Allerdings sollten Sie dazu frei von Fieber sein, mit Fieber- ab 38 Grad Celsius Körpertemperatur- ist Ruhe im Bett angesagt. Dann reicht es, alle zwei Stunden stoßweise zu lüften.
    • Inhalationen mit Thymian, Fenchel und Ysop sind gut für die Schleimhäute und lindern die typischen Beschwerden einer Erkältung.
    • Ein Teelöffel Honig morgens genommen, löst Schleim, baut Energie auf und versorgt den Körper mit Eisen und Mangan.
    • Schüssler Salze Nr. 3, 4, 6 und 21 wirken bei typischen Erkältungen lindernd, die für Sie richtige Kombination kann ich nach der entsprechenden Untersauchung zusammen stellen.

    Ein ganz wichtiger Faktor ist die Ruhe, wenn es Sie erwischt hat. Der Körper m u s s  sich erholen! Gönnen Sie sich ein bis drei Tage Auszeit bei einer leichten „Fastenkur“ mit Gemüsesuppe und Tee, danach bauen Sie Ihr Immunsystem mit basischen Nahrungsmittel und vielen Vitaminen aus der Nahrung wieder auf.

    Prävention ist das beste Mittel- Konstitutionsakupunktur bei einem schwachen Immunsystem bringt Sie aus dem Kreislauf ewiger Erkältungen heraus, dazu kommen geeignete Kräuter und ggf. eine Darmsarnierung.

    Ich wünsche Ihnen eine schnupfenfreie Zeit!